Das doppelte Grab Thumb 100

Das doppelte Grab: Kriminalroman (Rezension)

Margarete Schwarzkopf | Emons Verlag | 368 Seiten | Taschenbuch
Erschienen : 26. August 2021 | ISBN 9783740812379 | 1. Auflage
Serie: Anna Bentorp | Band 5 | Kriminalroman

 

Werbung/ Rezension: „Das doppelte Grab: Kriminalroman“ von Margarete von Schwarzkopf hat mir der Emons Verlag über lovelybooks.de als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Ich versichere, dass meine Meinung zu diesem Buch rein subjektiv ist. Die kostenfreie Überlassung des Rezensionsexemplars beeinflusst meine Meinung nicht.

Von Grabendolchen und dunklen Geheimnissen

„Das doppelte Grab“ ist bereits der 5. Fall für die Kunsthistorikerin und Hobbyermittlerin Anna Bentorp. Sie hat das Haus ihrer verstorbenen Tante in Köln geerbt und will es nun sanieren lassen und anschließend verkaufen. Doch schnell stellt sich heraus, dass im Keller des alten Hauses etwas nicht stimmt. Die Handwerker finden dort nämlich zwei Skelette und andere merkwürdige Dinge wie ein altes Schwert und alte Münzen. Eine alte Übersetzung aus dem Mittelalter spielt auch noch eine Rolle. Anna Bentorp ermittelt und begibt sich dabei zunehmend selbst in Gefahr. Denn ein Mörder ist den Ermittelnden immer ein bisschen voraus, und er kennt keine Skrupel.

Cover und Schreibstil:

Das Cover von „Das doppelte Grab“, das einen Kellerraum mit Tür oder auch eine Tür, die in den Keller führt, zeigt, ist düster und geheimnisvoll und macht neugierig auf das Buch.

Margarete von Schwarzkopf schreibt flüssig und ansprechend. Man merkt am Ausdruck, dass sie akademisch vorbelastet ist, so dass das Buch interessant, aber auch anspruchsvoll geschrieben ist. Auch der Humor kommt neben der spannenden Handlung nicht zu kurz.

Etwas Besonderes an dem Buch ist, dass die Handlung in zwei Zeitebenen spielt: im Mittelalter und in der Gegenwart. Die Passagen, die im Mittelalter spielen, fand ich persönlich teilweise ein wenig anstrengend, was aber unbedingt auch daran liegt, dass ich eigentlich keine historischen Romane lese. Am Ende werden die beiden Zeitebenen jedoch überaus geschickt zusammengeführt, das entschädigt für Einiges.

Obwohl es bereits der 5. Band der Reihe ist, muss man die Vorgängerbände nicht unbedingt kennen, um in die Handlung reinzukommen.

Fazit:

Das Buch war für mich von Anfang an ziemlich voraussehbar: ein altes Haus, irgend etwas stimmt da nicht … Das macht an sich nichts, denn es kommt ja darauf an, was die/der einzelne Autor/in aus dieser Ausgangssituation macht.

Nicht bei allen Krimis rückt die Hauptprotagonistin so in den Vordergrund wie in „Das doppelte Grab“, weswegen ich auf sie extra eingehen möchte:

Anna Bentorp, die Miss Marple von Köln?

Auf dem Buchrücken des Buches befindet sich ein Zitat vom Bücher-Magazin, das Anna Bentorp als „norddeutsche Miss Marple“ bezeichnet. Das sind wirklich ziemlich große Schuhe, und wer Miss Marple kennt (mit Kennen meine ich nicht die schlimmen neueren Verfilmungen, sondern tatsächlich die Bücher), wird mir zustimmen, dass mögliche Ähnlichkeiten nur an den Haaren herbeigezogen sind.

Was bleibt also? Am Anfang hat mir Anna Bentorp als Ermittlerin, aber auch als Person auf jeden Fall ziemlich gut gefallen, weil ich grundsätzlich Ermittelnde mag, die sich von der Masse abheben. Dieser gute Eindruck bröckelte jedoch mit der Zeit. Diese ganzen unlogischen Entscheidungen, ihre „Männergeschichten“, die nicht wirklich zur Handlung beigetragen haben, das Hin und Her mit ihrer Mutter – am Ende ging mir das alles nur noch auf die Nerven. Irgendwie kann man die Eigenschaft „schrullig“ und damit liebenswert auch überstrapazieren …

Zurück zur Handlung an sich. Hier hat mich Margarete von Schwarzkopf letztendlich damit überzeugt, wie geschickt sie in diesen beiden völlig verschiedenen Zeitebenen schreibt. Bei den Passagen, die im Mittelalter spielen, hat man deutlich die hohe Sachkenntnis der Autorin durchscheinen sehen.

Das Buch ist meiner Meinung sehr interessant, denn man erfährt auch viel über das Mittelalter und alte Gegenstände, und damit auch lesenswert. „Das doppelte Grab“ weist aber auch Schwächen auf, die die Lesenden mehr oder weniger stören könnten.

„Das doppelte Grab“ ist ein Krimi, der meiner Meinung nach ein hohes Polarisierungspotenzial besitzt – für mich ist das eigentlich ein eindeutiges Qualitätsmerkmal. Wäre da nicht dieses vermeintliche Durcheinander, das sich durch die vielen verschiedenen Personen im Verlauf der Handlung immer mehr zu einem veritablen Chaos entwickelt.

Ich bin eine Vielleserin, drei bis vier Bücher pro Woche sind keine Seltenheit, aber die Vielzahl an Personen hat mich ziemlich geflashed. Somit war für mich der Chillfaktor beim Lesen von „Das doppelte Grab“ deutlich getrübt.

Leseempfehlung:

Aufgrund des wirklich herausragenden Schreibstils von Margarete von Schwarzkopf und der beschriebenen geschickten und anspruchsvollen Verknüpfung der beiden sehr verschiedenen Zeitebenen vergebe ich dennoch vier Sterne. „Das doppelte Grab“ empfehle ich allen Kennern und Fans der Reihe mit Anna Bentorp, aber auch allen, die anspruchsvolle Krimis mit einem wissenschaftlichen Hintergrund mögen.

Die Dauerleserin

Anmerkungen:

Diese Rezension wurde von mir bereits am 14.11.2021 bei Lovelybooks und bei Amazon mit einem ähnlichen Wortlaut veröffentlicht.

 

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