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Der dunkle Sog des Meeres

5 von 5 Sternen

Bouchard, Roxanne | Atrium Verlag | 310 Seiten | Hardcover
Erschienen : 23. April 2021 | ISBN 978-3855351138 |
Kanada-Krimi

 

Werbung/ Rezension. „Der dunkle Sog des Meeres“ von Roxanne Bouchard wurde mir vom Atrium Verlag im Rahmen einer Leserunde bei lovelybooks.de als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Ich versichere, dass meine Meinung zu diesem Buch rein subjektiv ist und durch die kostenfreie Überlassung des Rezensionsexemplars nicht beeinflusst wird.

Das Meer gibt und nimmt

Catherine Day reist eines Tages in das kleine kanadische Dorf Caplan. Sie ist auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter, die sie nie kennen gelernt hat. Der abgeschiedene Küstenort ist eine Welt für sich, und Catherine braucht ein wenig Geduld, um mit den Bewohnern in Kontakt zu kommen. Doch dann findet einer der Fischer plötzlich eine weibliche Leiche in seinem Netz. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei der Leiche um Catherines Mutter Marie handelt.

Kommissar Morales ermittelt vor Ort, ein zugezogener Polizist mit mexikanischen Wurzeln. Doch Morales kann sich dem Fall nicht mit voller Energie widmen. Er steckt mitten in einer Ehekrise, und auch die fremde Frau, die auf einmal so präsent im Dorf ist, lässt ihm keine Ruhe.

Sowohl Catherine als auch Morales müssen die Mauern des Schweigens durchbrechen, und die besondere Mentalität der Dorfbewohner erschweren das Ganze.

Cover, Schreibstil, etc.:

Das Cover von „Der dunkle Sog des Meeres“ ist in einem wunderschönen Petrolgrün gehalten, sodass man gleich die Assoziation zum Thema Wasser bzw. Meer hat.

Der Roxanne Bouchards Schreibstil ist flüssig, und es hat mir großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Als Außenstehende hatte ich zu Beginn Schwierigkeiten, die Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonisten zu verstehen, und auch die vielen Namen konnte ich erst nach und nach auseinanderhalten, aber dann war es super. Die Autorin schafft es, die Atmosphäre in diesem kleinen Fischerdorf rüberzubringen und zeichnet die Charaktere geradezu liebevoll. Die Atmosphäre in dem Dorf kommt gut rüber, auch wenn man nicht alles versteht.

Besonders beeindruckend finde ich die einzelnen Kapitelüberschriften. Sie sind selbsterklärend und wirklich krass. Ein paar Mal musste ich ziemlich schlucken, weil die Überschrift so treffend war. Diesen Aspekt hätte man mit einem vorangestellten Inhaltsverzeichnis noch mehr ausschlachten können.

Ist „Der dunkle Sog des Meeres“ ein Krimi oder nicht?

Diese Frage habe ich mir eigentlich erst am Ende gestellt, so sehr hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Es gibt eine Leiche, die auch eine zentrale Rolle spielt, aber so richtig gruselig ist das Buch nicht. Auch die Spannung wird eher nebenbei aufgebaut. Die Familiengeschichte, um die sich alles dreht. Drängt sich immer wieder in den Vordergrund, sodass man nicht so recht in „Krimistimmung“ kommen kann. Aber: die Realität ist manchmal viel, viel gruseliger und perfider als jede Fiktion, und genau dies trifft hier zu. Für mich ist „Der dunkle Sog des Meeres“ ein Krimi.

Fazit und Leseempfehlung:

„Der dunkle Sog des Meeres“ ist der erste kanadische Krimi, den ich gelesen habe. Es ist ein überaus interessantes Buch, das weitaus komplexer ist als man zunächst vermuten könnte. Die Autorin Roxanne Bouchard baut im Verborgenen so geschickt die Spannung auf, dass man es gar nicht so richtig merkt.

So lernt man Catherine nach und nach richtig gut kennen und recherchiert mit ihr gemeinsam ihre Familiengeschichte. Nur Morales, der Ermittler, bleibt für meinen Geschmack ein wenig blass. Er kann sich wegen seiner privaten Probleme im Verlauf des Buches leider nicht richtig entwickeln, was ich sehr schade finde.

„Der dunkle Sog des Meeres“ ist wie ein Puzzle. Lange weiß man nicht so recht, was nun zusammengehört und was nicht, aber am Ende passt alles. Apropos Ende: Man hätte es vllt ahnen können, aber mich hat das Ende, das ich hier auch nicht verraten möchte, ziemlich geflashed. Catherine überrascht uns als Lesende mit ihrer Entscheidung, und ich würde zu gerne wissen, wie es mit ihr weiter geht.

Ich empfehle „Der dunkle Sog des Meeres“ allen, die gerne Krimis abseits vom Mainstream lesen und an zwischenmenschlichen Verwicklungen interessiert sind. 5 Sterne von mir.

Die Dauerleserin

Anmerkungen:

Das Buch wurde von Franz Weigand aus dem Französischen ins Deutsche übersetzt.

Die oben stehende Rezension wurde von mir bereits am 13.05.2021 bei amazon.de und  bei lovelybooks.de mit einem ähnlichen Wortlaut veröffentlicht.

Seite der Autorin: https://roxannebouchard.com

 

 

 

 

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