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Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir (Rezension)

3 von 5 Sternen

Mühlenhof, Mira C. | mvgverlag | 288 Seiten | Taschenbuch
Erschienen : 22. Februar 2022 | ISBN 978-3747403433 | 1. Auflage
Ratgeber

 

Werbung/ Rezension:  „Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir“ von Mira C. Mühlenhof hat mir der mvgverlag über eine Buchverlosung bei Lovely Books als persönliches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Ich versichere, dass meine Meinung zu diesem Buch rein subjektiv ist und durch die kostenfreie Überlassung des Rezensionsexemplars nicht beeinflusst wird. Und: Dieses eine Mal muss ich mich auch dafür bedanken, dass ich den horrenden Preis für dieses Buch nicht selbst bezahlen musste und nun trotzdem mitreden kann.

You’ll never walk alone

In „Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir“ beschäftigt sich Mira C. Mühlenhof mit einem Thema, das uns alle mehr oder weniger betrifft: unsere Schulzeit und den Schaden, den wir alle mehr oder weniger in dieser Zeit erlitten haben. Sie erzählt dabei ihre eigene Geschichte, lässt andere zu Wort kommen und stellt am Ende verschiedene mögliche Lösungsansätze vor.

Cover und Schreibstil:

Das Cover von „Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir“ zeigt einen Klassenraum mit Tischen hochgestellten Stühlen und eine typische grüne Wandtafel. Der Titel wirkt wie mit Kreide geschrieben. Ein ansprechendes Cover!

Der Schreibstil ist flüssig. Die persönlichen Geschichten fand ich teilweise zu lang. Die Schrift ist abschnittsweise viel zu klein. Gut gefallen haben mir die grau unterlegten Merkkästen und die gut gewählten Kapitelüberschriften. Die angehängte Literaturliste ist zu kurz, als dass es einem echten Ratgeber gerecht werden könnte. Hier hätte ich mir Links zu aktuellen Aufsätzen, Videos, etc. gewünscht.

Fazit und Leseempfehlung:

Meine eigene Schulzeit ist schon Ewigkeiten her, und ich glaube nicht, dass ich ernsthafte Schäden erlitten habe. Nach nur wenigen Monaten an der Uni damals hatte ich schon alles ein Stückweit verdrängt, was irgendwie auch eine Art der Verarbeitung ist. Also behaupte ich, dass ich kein Schultrauma im eigentlichen Sinne habe. Trotzdem hat mich das Buch eigentlich vom Thema her interessiert.

Also, ich hatte vielleicht keines der aufgeführten Schultraumen, aber ungute Erlebnisse hatte ich in der Schule dennoch zuhauf. Die Erinnerungen an meine Schulzeit kamen leider ein bisschen wieder, als meine eigenen Kinder eingeschult wurden und deren „Ernst des Lebens“ begann. Dabei fand ich die Einschulung und die Grundschulzeit noch ganz witzig, die Zeit auf dem Gymnasium dann eher nicht lustig. Allein schon dieser Geruch in einem Schulflur – ihr wisst bestimmt, was ich meine. Und dann das ganze andere Theater: Elternsprecher sein, bei Schulfesten helfen -OMG. Das ist das wahre Trauma, denn man ist verantwortlich – für alles!!!

Sehr heilsam war, dass ich selbst eine Weile als nichtpädagogische Lehrkraft tätig war und Zutritt ins Allerheiligste – das Lehrerzimmer – hatte. Oha, Lehrer sind auch nur Menschen mit einem überschaubaren Studium und limitierten Aufstiegsmöglichkeiten und viele, nicht alle, natürlich, haben ernsthafte psychische Probleme. Allen, deren Traumen eventuell speziell durch Lehrer kommen, kann man das nicht oft genug sagen! Wenn ich heute mit einer Lehrperson über eines meiner Kinder sprechen muss, habe ich oft nur Mitleid. Sich fortwährend mit fremden Kindern beschäftigen zu müssen, kann nicht sehr befriedigend sein.

Nun aber zum Buch. Der Untertitel „Wie sich dein Leben verbessert, wenn du dein Schultrauma erkennst und loslässt“ ist sehr ambitioniert. Warum sollte sich mein Leben mit einem solchen Buch ändern? Wenn ich eine ernsthafte Ehekrise hätte, würde ich auch nicht auf ein Buch setzen, sondern mir echte Hilfe suchen. Ich dachte ursprünglich, ich hätte vielleicht auch ein Schultrauma, aber die geschilderten Probleme hatte ich nicht bzw. haben sie mich nicht nachhaltig verletzt. Infolgedessen lasse ich meine „Blackbox“ also lieber zu.

„Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir“ wirkt auf mich leider ein wenig wie der Versuch der Verarbeitung eigener Probleme. Dabei wird das Gefühl, dass man nicht allein ist, durchaus vermittelt. Aber nur, weil ich weiß, dass es noch andere Alkoholiker gibt, habe ich meine Alkoholprobleme noch nicht gelöst.

Dieses Buch wird meiner Meinung nach ernsthafte Probleme nicht lösen können, allenfalls kann es für das Thema sensibel machen. Mir erscheint das Frieden machen, negativ ausgedrückt das Verdrängen, zielführender. Die zehn bis zwölf Jahre Schule können uns nicht das Leben versauen, oder? Ich glaube nicht, dass es unsere Schuld ist, dass so viel in der Schule komisch ist, sondern dass es an den Lehrern und am Bildungssystem an sich liegt. Und nein, mein Schultrauma, das ich wie gesagt noch nicht enttarnt habe, wird nicht mein Freund werden, auch wenn ich es noch finden sollte!

Ich empfehle „Lass die Schatten der Schulzeit hinter dir“ dennoch allen, die sich mit dem Thema Schultrauma beschäftigen wollen und vergebe drei Sterne.

Die Dauerleserin

Anmerkungen:

Meine Rezension habe ich im gleichen oder ähnlichen Wortlaut auch bei Lovely Books veröffentlicht.

 

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