Cover_Oder sie stirbt_Thumb300_zeigt zerbrochenen Spiegel auf schwarzem Hintergrund

Oder sie stirbt (Rezension)

4 von 5 Sternen

Hurwitz, Gregg | Edel Elements | 531 Seiten | eBook Kindle
Erschienen : 1. Juni 2022 | ASIN B0B2KCGBSM |
Thriller

 

Werbung/ Rezension: „Oder sie stirbt“ von Gregg Hurwitz hat mir Edel Elements über NetGalley als persönliches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Ich versichere, dass meine Meinung zu diesem Buch rein subjektiv ist und durch die kostenfreie Überlassung des Rezensionsexemplars nicht beeinflusst wird.

Unter Beobachtung

Der Hauptprotagonist Patrick Davis findet eines Morgens im Briefkasten eine merkwürdige DVD. Er guckt sie sich an und ist entsetzt, denn auf der DVD sind seine Frau und er zu sehen, wie sie sich in ihrem Haus bewegen, essen, schlafen, usw. Patrick hält das alles zunächst für einen bösen Scherz, aber schon bald darauf erhält er bedrohliche Emails. Für den Lehrer und Drehbuchautor und seine Frau Ariana (Ari) wird ein Alptraum Wirklichkeit: sie werden in ihrem Alltag beobachtet, und zwar mit Kameras, die überall in ihrem Haus verteilt sind.

Wer treibt dieses böse Spiel mit ihnen und warum?

Cover und Schreibstil:

Das Cover von „Oder sie stirbt“ zeigt einen zerbrochenen Spiegel, der, so viel sei an dieser Stelle verraten, meiner Meinung nach keine so wichtige Rolle spielt, als dass er nun unbedingt auf das Cover sollte. Trotzdem wirkt das Cover geheimnisvoll und passt zum Inhalt.

Der Schreibstil des Autors Gregg Hurwitz ist flüssig und spannend. Es gibt im Text einige wirklich prägnante Sätze, die einen nachdenklich stimmen, und das hat mir richtig gut gefallen, zum Beispiel:

„Manchmal braucht man einen scharfen Hund, aber man muss auch sichergehen, dass man die Leine gut festhält.“

(Kindle-Position 6123)

Und:

„Genau in solchen Häusern passieren die stillen Katastrophen – jeden Tag, in netten Vierteln wie diesem, …

(Kindle-Position 6300)

Leider verliert sich der Autor an einigen Stelle in Details, die den Text phasenweise unnötig langatmig machen.

Fazit:

„Oder sie stirbt“ beginnt mit einem spannenden Prolog, und anschließend wird zum einen beschrieben, wie es zu der prekären Situation kam, zum anderen, was danach geschah. Knackpunkt ist, dass das Böse in das ganz normale Leben eines Ehepaars eindringt und auf einmal alles beherrscht. Die Hauptprotagonisten verfallen in eine wahrliche Paranoia, die sich langsam aufbaut und sich dann manifestiert. Ariana und Patrick müssen eigentlich funktionieren, sind aber gelähmt durch die ständige Bedrohung. Beide vernachlässigen ihren Job und werden von ihrem Umfeld als merkwürdig wahrgenommen. Auch die Polizei erweist sich als wenig hilfreich. Dieser Handlungsstrang ist einfach nur perfide und kann Urängste wecken!

Das Ende von „Oder sie stirbt“ ist überraschend und erschreckend. Ich persönlich hätte nicht mit diesem Ende gerechnet.

Nun ja, und jetzt kommt der eher schwierige Teil meiner Rezension. „Oder sie stirbt“ ist meiner Meinung nach nicht ein Thriller im eigentlichen Sinne, denn die mühsam aufgebaute Spannung und das Mitgefühl, das man mit Ariana und Patrick hat, verschwindet am Ende, wenn man herausfindet, was tatsächlich hinter dem Ganzen steckt. Die Bedrohung des Ehepaars, und sie sind nicht die Einzigen, wird nämlich zum Nebenschauplatz von etwas viel Größerem.

Doch diese eigentliche Geschichte hinter den Geschehnissen ist leider sehr verworren und wird mühsam auf vielen, vielen Seiten aufgeklärt. Man kommt dabei ehrlich gesagt auch ein wenig durcheinander. Ich hatte am Ende sogar ein wenig den Spaß an diesem Buch verloren, was ich schade finde, denn die erste Hälfte hat mir eigentlich richtig gut gefallen. Ich habe mich beim Lesen der ersten Hälfte des Buches die ganze Zeit gefragt, was dort passiert, und warum Ariana und Patrick in diese Geschichte involviert sind.

Letztendlich ist es aber ein geschickter Schachzug des Autors, einen Fall aufzubauen und am Ende eine völlig andere Lösung und auch eine völlig andere Geschichte als Haupthandlung als erwartet aus dem Hut zu zaubern. Habe ich, glaube ich, so noch nie erlebt. Leider wurde das Ganze für ein Buch dieses Genres dann doch etwas zu komplex, vielleicht ist es einfach zu viel des Guten?!?

Leseempfehlung:

Ich vergebe sehr freundliche vier Sterne und empfehle „Oder sie stirbt“ allen, die Lust auf einen Thriller haben, der am Ende eine logische Erklärung für das Geschehen liefert.

„Glauben Sie, Sie schreiben das Drehbuch?“ (Kindle-Position 6342)

Die Dauerleserin

Anmerkungen:

„Oder sie stirbt“ wurde von Wibke Kuhn ins Deutsche übersetzt.

Meine Rezension habe ich in einem ähnlichen Wortlaut auch bei Amazon und bei NetGalley veröffentlicht.

 

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