
Commissario Gaetano und der lügende Fisch (Rezension)
Nola, Fabio | dtv Verlag | 528 Seiten | Taschenbuch
Erschienen : 17. April 2025 | ISBN 978-3423221078 | 4. Auflage
Serie: Gaetano ermittelt | Band 1 | Kriminalroman, Neapel-Krimi
Werbung/Rezension: „Commissario Gaetano und der lügende Fisch “ von Fabio Nola ist bereits am 17.04.2025 als Taschenbuch bei dtv erschienen. Der Autor hat mir das Buch kostenlos für Rezensionszwecke überlassen. Vielen Dank! Die kostenfreie Überlassung des Buches hat keine Auswirkungen auf meine persönliche Meinung.
Rezension-to-go: Gut zu lesender Krimi mit viel süditalienischem Flair.
Geliebtes Neapel
Ein wichtiger jährlicher Feiertag in Neapel: San Gennaro am 19. September. Doch Commissario Salvatore Gaetano und sein Team müssen sich mit einem brutalen Mord beschäftigen. Mitten im Centro Storico wurde eine männliche Leiche ohne Kopf gefunden. Merkwürdigerweise war genau dieser Mann erst vor Kurzem im Polizeirevier und hatte Commissario Gaetano um Hilfe gebeten.
Die Ermittlungen sind schwierig, immer scheint der Mörder einen Schritt voraus zu sein.
Cover und Schreibstil:
Das Cover von „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ wäre mir im Buchladen sofort aufgefallen. Zum einen ist der Titel dieses Krimis interessant und macht sofort neugierig. Zum anderen ist aber auch das Cover herausragend. Aus einer eher ungewöhnlichen Perspektive blickt man auf einen Teil von Neapel, im Hintergrund ist der Vesuv zu sehen.
Fabio Loas Schreibstil hat mich überzeugt. Vor allem die abwechslungsreichen Dialoge lassen sich gut lesen. Überwiegend lesefreundliche kurze Kapitel.
Fazit und Leseempfehlung:
Commissario Salvatore Gaetano ist ein besonderer Kommissar, den sicherlich nicht jeder sympathisch findet. Er ist Quereinsteiger bei der Polizei in Neapel und ermittelt somit eher unkonventionell. Darüber hinaus ist er aber auch durch und durch Neapolitaner, stammt aus einer Winzerfamilie in der Nähe von Neapel.
Wie die meisten Kommissare in Krimis hat auch Gaetano privat sein Päckchen zu tragen. Sein Bruder Aniello lebt nach einem schweren Unfall in einem Pflegeheim in Neapel, Gaetano kümmert sich um seine Nichte Carla und trinkt zu viel Kaffee und zu viel Alkohol. Eine Kollegin Gaetanos ist schwanger, ein anderer Kollege ist schwierig … Auch Gaetanos Team ist nicht einfach.
Was man wissen muss: Dieser Krimi weist die eine oder andere Länge auf, das Buch hat immerhin über 520 Seiten. Aber man ist beim Lesen so in den Fall, in die Infos über Neapel und in die Beobachtung des besonderen Kommissars vertieft, dass man es eigentlich nicht merkt. Seite um Seite blättert man um und will nur noch eins wissen, nämlich, wie das Ganze ausgeht.
Der Autor Fabio Nola (ein Pseudonym) schafft es aber mit Bravour, Stimmungen einzufangen: Die Stimmung In Neapel, die Stimmung im Ermittlerteam, die Stimmung der Verdächtigen … Man kann sich das beim Lesen alles gut vorstellen.
Immer wieder geht es auch um die bekannten Animositäten zwischen Süd- und Norditalien.
Die Auflösung des Falls ist erschreckend und überwiegend schlüssig. So viel Leid und so viele schlechte Menschen. Und die, die schlechte Menschen decken, was noch viel schlimmer ist.
„Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ ist der erste Band einer neuen Krimi-Reihe, und wir dürfen auf den nächsten Band (erscheint im Frühjahr 2026) gespannt sein.
Hier noch ein überzeugendes Zitat aus dem Buch:
„Neapel ist ein Ort der Selbstjustiz, wir regeln das meiste untereinander. Manchmal glaube ich, die Polizei macht alles nur noch schlimmer.“ (Taschenbuch, S. 332)
Ich empfehle „Commissario Gaetano und der lügende Fisch“ allen, die Krimis mit süditalienischem Flair mögen. Von mir gibt es vier Sterne.
Die Dauerleserin