
Die Einladung (Rezension)
Fitzek, Sebastian | Dromer HC | 384 Seiten | Hardcover
Erschienen : 25. Oktober 2023 | ISBN 978-3426281581 | 4. Auflage
Psychothriller
„Die Einladung“ von Sebastian Fitzek ist bereits am 25.10.2023 bei Droemer HC erschienen.
Rezension-to-go: Trotz Bestsellerliste ist „Die Einladung“ meiner Meinung nur etwas für echte Fitzek-Fans. Von mir gibt es leider nur drei Sterne!
Wenn sich die Vergangenheit meldet
„Die Einladung“ ist das neueste Werk des Erfolgsautors Sebastian Fitzek. Die Hauptprotagonistin, Marla Lindberg, ist zu einem Klassentreffen mit ihren ehemaligen MitschülerInnen eingeladen. Das Treffen ist als ein verlängertes Wochenende in den Alpen geplant. Doch als Marla in der einsamen Almhütte ankommt, stimmt irgendetwas nicht.
Sie ist die Einzige dort, sonst ist niemand da. Aber die Zimmer scheinen bewohnt zu sein …
Cover und Schreibstil:
Das Cover des Buches gefällt mir gut: Es zeigt einen Briefkasten, in dessen Schlitz „Die Einladung“ steckt. Das Buch anzufassen, ist ein haptisches Erlebnis, und auch die eher düstere Gestaltung, vor allem aber der schwarze Papierschnitt, ist einfach nur super.
An Sebastian Fitzeks Schreibstil ist nichts auszusetzen. Auch „Die Einladung“ lässt sich flüssig lesen. Leider hat dieses Buch jedoch einige Längen, und leider hat Sebastian Fitzek es meiner Meinung nach diesmal mit seinen vielen Wendungen und Cliffhangern ein wenig übertrieben.
Fazit und Leseempfehlung:
„Die Einladung“ ist in den Bestsellerlisten, wie jedes Buch dieses Autors. Ich hatte deswegen hohe Erwartungen an diesen neuen Psychothriller. Diese wurden leider nur teilweise erfüllt.
Sebastian Fitzeks Bücher verfügen über ein enormes Polarisierungspotenzial. Man mag seine Bücher oder auch eben nicht. Oder man mag manche der Bücher sehr und manche überhaupt nicht, was bei mir persönlich wohl eher der Fall ist. „Die Einladung“ ist leider für mich eines der schwächsten Fitzek-Bücher, das ich gelesen habe.
Ich liebe Thriller, die realitätsnah und nicht zu konstruiert daherkommen. Denn genau das ist es, was für mich Spannung ausmacht. Und genau an der Realitätsnähe hapert es bei diesem Buch. Sebastian Fitzek hat mich deswegen diesmal leider nach der Hälfte des Buches verloren. Ich habe es dann nur noch aus Sympathie zu Ende gelesen, wie es ausgeht, war mir leider fast schon egal. Da war es mir mehr als recht, dass das Buch am Ende an Fahrt aufnimmt und es ein schnelles Ende gibt, das für mich auch ein klitzekleines Bisschen überraschend war. Aber so richtig punkten konnte selbst das Ende bei mir nicht. Zwischendurch gab es zudem auch immer mal wieder Passagen, deren Sinn sich mir nicht ganz erschlossen hat.
Der Versuch, einen Thriller mit Horrorelementen zu schmücken, ist in meinen Augen gescheitert. Einige Szenen im Buch, bei denen man sich wohl gehörig gruseln sollte, sind bei Tageslicht betrachtet einfach nur lächerlich, obwohl es schon ein höchst merkwürdiges Gefühl für die Hauptprotagonistin Marla gewesen sein muss, als sie zur Almhütte kam und dort niemanden antraf.
Nach und nach erfährt man viele Details über Marlas Leben. Vor einigen Jahren hat sie ein schweres Trauma erlitten, war lange in Therapie und arbeitet jetzt bei einer Sicherheitsfirma. Aber auch über das Haupt-Trauma hinaus lief nicht alles glatt in Marlas Leben. Das Wissen über diese Details aus Marlas Leben ist wichtig, um die gesamte Handlung, insbesondere aber auch den Prolog und das Ende des Buches, zu verstehen. Man erfährt im Verlauf des Buches wirklich grausame Dinge aus Marlas Kindheit – das war dann doch fast schon ein bisschen too much, sorry.
Sebastian Fitzek punktet bei mir aber auch weiterhin mit seinem exzellenten sprachlichen Ausdruck. Mit „Die Einladung“ konnte er mich jedoch inhaltlich (fast) nicht abholen. Das Buch war für mich zum größten Teil gerade noch lesenswert. Vom Hocker gerissen hat es mich auf jeden Fall leider nicht. Dazu noch der hohe Preis – nun ja.
Schade, denn bei „Die Einladung“ wurde eine in den Grundzügen geniale Idee meiner Meinung nach nicht gut umgesetzt, aber vielleicht habe ich auch einfach nicht den höheren Sinn von dem Ganzen verstanden. Allenfalls das sehr emotional geschriebene und sehr interessante Nachwort konnte mich dann doch wieder ein wenig besänftigen.
Obwohl „Die Einladung“ für mich nicht der perfekte Lesegenuss war, hätte ich es auf der anderen Seite nur sehr ungern verpasst. Trotzdem wünsche ich mir beim nächsten Fitzek-Buch wieder mal einen wirklichen Knaller!
Ich vergebe für „Die Einladung“ drei Sterne und empfehle das Buch natürlich sehr dringend allen wahren Fitzek-Fans.
Die Dauerleserin
Anmerkungen:
Meine Rezension habe ich im gleichen oder ähnlichen Wortlaut auch bei Amazon veröffentlicht.
Als Fitzek-Fan bin ich enttäuscht, das ist aus meiner Sicht das bislang schwächste Fitzek-Werk
Es ist verwirrend und teilweise unlogisch, es reißt mich nicht mit und es fällt mir schwer, weiterzulesen, ab Seite 100 lese ich es nur noch diagonal.
Vor dem Kauf eines weiteren Fitzek werde ich online erst eine Leseprobe abfordern
Meine Bibliothek umfaßt rd 3000 Bücher, ich bin eine echte „Leseratte“
„Die Eiladung“ schafft es leider nicht in meine Sammlung, sondern nur in die Papiertonne, sehr schade!
Hallo Edmund, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, wie du gelesen hast, hat mich das Buch auch nicht hundertprozentig überzeugt. Auf meinem Stapel liegen nun noch „Mimik“ und „Kalendermädchen“, und ich habe fast Angst davor, dass ich auch von diesen Büchern enttäuscht bin … mal schauen!
LG Die Dauerleserin