
Misthaufensportler-Mord
Winkler, Bernhard | Servus Verlag | 304 Seiten | Taschenbuch
Erschienen : 21. September 2023 | ISBN 978-3710403194 | 1. Auflage
Regional-Krimi
Werbung/ Rezension: „Misthaufensportler-Mord“ von Bernhard Winkler hat mir der Servus Verlag schon vor dem offiziellen Erscheinungstermin als persönliches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank für euer Vertrauen! Ich versichere, dass meine Meinung zu diesem Buch rein subjektiv ist und durch die kostenfreie Überlassung des Rezensionsexemplars nicht beeinflusst wird.
Ein Dorfpolizist in Not
Der etwas chaotische, aber liebenswerte Revierinspektor Noah Hofer, von allen nur der „Hofnoah“ genannt, ist in höchster Not. In Gallneukirchen gab es einen Mord, und er muss tatsächlich ermitteln: Der Dorfschönling und zugleich auch Mitwirkender in der Dating-Show Desperate Farmers, der Pöttl Erwin halt, den kennt ihr doch, wurde tot auf seinem Hof aufgefunden. Pikanter Weise wurde der Pöttl Erwin wohl mit einer Kurzhantel erschlagen. Und der schöne Bauer lag noch dazu auf seinem eigenen Misthaufen.
Der Hofnoah gerät ganz gehörig in Stress, weil er sich doch nicht nur um den Mord, sondern auch um all die Gerüchte in seinem Dorf kümmern muss. Und da sind da auch noch sein Chef, seine Kollegin, die Mairinger Bettina, und die Mama mit ihrem vermaledeiten wöchentlichen Schweinsbraten, der einem doch glatt die Figur ruiniert, und wegen dem der Hofnoah vor Kurzem erst, sozusagen gezwungener Maßen, das – coronabedingt – höchst illegale private Fitnesscenter auf dem Pöttlhof nutzen musste.
Cover und Schreibstil:
Das Cover von „Misthaufensportler-Mord“ zeigt passender Weise einen klassischen Misthaufen, auf dem ein schwarzer Hahn sitzt, und im Vordergrund eine Schubkarre und ein Kurzhantelset. Am oberen Bildrand sieht man den typischen hellblauen Österreich-Himmel mit schnuckligen weißen Wölkchen. Das Cover ist schön, wirkt aber harmloser als dieser Krimi tatsächlich ist.
„Misthaufensportler-Mord“ ist ein Regional-Krimi und spielt im österreichischen Mühlviertel. Ohne dass es zu aufdringlich wird, findet man im Buch ab und an auch mal einen fetzigen österreichischen Ausdruck, zum Beispiel „Haberer“ (Taschenbuch, S. 55), wohldosiert und damit nicht allzu schlimm für uns armen ahnungslosen Piefkes.
Bernhard Winklers Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Die einzelnen Kapitel sind kurz, und ganz allerliebst finde ich die beiden Kurzhanteln, die unter jeder Kapitelüberschrift zu finden sind.
Der Untertitel „Kein Linz-Krimi“ zeigt deutlich den Abgrenzungswunsch gegen Linz, den man wohl im Mühlviertel hat. Insofern gut gewählt.
Fazit und Leseempfehlung:
In „Misthaufensportler-Mord“ kommen neben dem Mord auch alte Geschichten wieder hoch und stören die trügerische Dorfidylle und damit auch das chillige Leben des Dorfpolizisten und Hauptprotagonisten, der aber zum Glück weiß, wie er sich in den „Mühlviertler Überlebensmodus“ (Taschenbuch, S. 185) versetzen kann. Außerdem hat der Hofnoah zudem noch Angst, in den Innendienst im gehassten Linz strafversetzt zu werden, Dies alles wird in diesem Buch ganz wunderbar beschrieben, und auch die Auflösung des Falls hat mich überzeugt.
„Misthaufensportler-Mord“ ist ein solider Regional-Krimi, den ich sehr gerne gelesen hab, und es ist mit großer Sicherheit nicht der letzte Krimi von diesem Autor, den ich lesen werde.
Ich vergebe für „Misthaufensportler-Mord“ fünf Sterne und empfehle diesen Krimi allen Regionalkrimi-Fans.
Die Dauerleserin
Anmerkungen:
Meine Rezension habe ich im gleichen oder ähnlichen Wortlaut auch bei Lovely Books und Amazon veröffentlicht.