Cover Entführt Thumb 300

Entführt. Ein Cold-Case-Team-Thriller (Rezension)

Patrick Burow | Selfpublisher | 340 Seiten | Taschenbuch
Erschienen : 6. November 2021 | ISBN 979-8758672679 | 1. Auflage
Serie: Cold-Case-Team-Thriller | Band 2 | Thriller

 

Werbung/ Rezension: „Entführt“ von Patrick Burow wurde mir vom Autor als persönliches Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Ich versichere, dass meine Meinung zu diesem Buch rein subjektiv ist und durch die kostenfreie Überlassung des Rezensionsexemplars nicht beeinflusst wird.

Grausamkeit und späte Rache

„Entführt“ ist der zweite Fall für das Cold-Case Team aus Hamburg. Julia und Alexander Rosenthal erleben den Alptraum aller Eltern: Ihr minderjähriger Sohn Finn verschwindet in einem Vergnügungspark an der Ostsee quasi vor ihren Augen und taucht nicht wieder auf. Die Polizei beendet irgendwann die Suche, und nach drei Jahren wendet sich das Ehepaar an das Cold-Case-Team mit der Bitte, den Fall neu aufzurollen. Das Team nimmt die Ermittlungen auf und gerät dabei ermittlungstechnisch, aber auch emotional an seine Grenzen.

Cover und Schreibstil

Die Farbgebung des Covers gefällt mir gut, und sie hat einen hohen Wiedererkennungswert, denn auf den ersten Blick ähnelt es dem Cover des ersten Bandes („Schuld“) sehr. Die Motivwahl für das Cover von „Entführt“ hingegen finde ich nicht optimal. Das Cover zeigt ein Riesenrad, das zwar auch zu einem Vergnügungspark gehört, aber eben keine Geisterbahn. Diesbezüglich habe ich aber auch überlegt, dass es vllt schwierig gewesen wäre, eine Geisterbahn geschickt abzubilden?!? Davon abgesehen ist der hintere Buchdeckel noch viel unheimlicher als das Cover selbst …

Patrick Burows Schreibstil hat mir abermals sehr gut gefallen. An manchen Stellen hatte ich allerdings den Eindruck, dass zu willkürlich Begriffe aus der Juristensprache eingebracht wurden, aber wenn man weiß, was der Autor beruflich macht, ist das nicht weiter verwunderlich, bzw. würde man auch nichts anderes erwarten. Durch die besondere Ausdrucksweise des Autors bekommt der Thriller, ob nun gewollt oder nicht, jedenfalls einen fast wissenschaftlichen Touch, was mir aber sehr gut gefällt. Bei aller „Juristerei“ schafft es der Autor dennoch, die Spannung konsequent aufzubauen. Es gibt immer wieder neue Wendungen, und ich habe auch keine unnötigen Längen wahrgenommen. Die kurzen Kapitel fördern das schnelle Verschlingen dieses Thrillers. Ich persönlich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Sollte man den Vorgängerband „Schuld“ vorab lesen?

Ja, man sollte „Schuld“ unbedingt lesen, und zwar vor allem, weil es großen Spaß macht, das Cold-Case-Team kennenzulernen. Um gut in „Entführt“ reinzukommen, ist es aber nicht unbedingt erforderlich.

DIE Besonderheit von „Entführt“: Das Team!

Natürlich ist für jeden Krimi oder Thriller das Ermittlungsteam sehr wichtig. Aber beim Cold-Case-Team handelt es sich wirklich um ganz ein besonderes Team. Alle vier ErmittlerInnen sind auf irgendeine Art „ausrangiert“, beruflich aufs Abstellgleis geschickt, und müssen damit irgendwie klarkommen. Und alle vier haben ihre persönliche Geschichte und ihre Marotten, die sowohl im beruflichen als auch im privaten Rahmen aufeinanderprallen.

Patrick Burow schafft es, die einzelnen Charaktere der Teammitglieder auf eine geradezu liebevolle Weise herauszuarbeiten, sodass man am Ende keine richtige Lieblingsperson hat, sondern alle vier irgendwie gleich gut findet. Genau wie das Team hasse ich inzwischen deren obersten Chef, Beesten, der andauernd versucht, das Team zu sabotieren.

Fazit und Leseempfehlung

Manche AutorInnen in diesem Genre versehen ihre Bücher mit sog. Trigger-Warnungen. Diese hätte ich mir für „Entführt“ auch gewünscht. Denn es werden Themen adressiert, die jeden, insbesondere aber diejenigen, die selbst Kinder haben, schockieren: Kindesentführung und Pädophilie. Für ihre Machenschaften bedienen sich die Täter des Darknets.

Ich hoffe sehr, dass Patrick Burow für den Spannungsaufbau ein wenig übertrieben hat, denn wenn DAS unsere Realität ist, ist die ganze Story einfach nur schrecklich und zutiefst verstörend.

Ich persönlich lese eigentlich keine Bücher, bei denen Kinder Opfer sind. „Entführt“ habe ich aus Sympathie für diesen herausragenden Autor der deutschsprachigen Thrillerlandschaft gelesen.

Es war bestimmt nicht das letzte Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe.

Trotz der äußerst schwierigen Thematik empfehle ich „Entführt“ sehr dringend allen Thriller-Fans, insbesondere denen, die sich für die Ermittlungsarbeit interessieren. Allzu empfindlich sollte man jedoch nicht sein, denn in diesem Thriller kommen etliche brutale und menschenverachtende Szenen vor. Trotzdem: 5 Sterne von mir!

Die Dauerleserin

Anmerkungen:

Diese Rezension wurde von mir bereits am 09.11.2021 bei lovelybooks.de und bei amazon.de mit einem ähnlichen Wortlaut veröffentlicht.

Bitte lest unbedingt auch meine Rezension zu „Schuld“!

 

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