Cover_Ins Dunkel_Thumb300_zeigt dunklen Urwald

Ins Dunkel (Rezension)

5 von 5 Sternen

Harper, Jane | Rowohlt Taschenbuch | 416 Seiten | Taschenbuch
Erschienen : 24. Juli 2018 | ISBN 978-3499274732 | 2. Auflage
Serie: Australien-Thriller | Band 2 | Australien-Thriller

 

Alice – where the fuck is Alice?

Die australische Firma BaileyTennants veranstaltet jährlich ein Incentive. Diesmal machen zwei Gruppen, je fünf Männer und fünf Frauen, eine mehrtägige Tour in den australischen Urwald. Doch von den fünf Frauen kehren nur vier zurück, Alice Russell wird vermisst.

Das Besondere an der Vermissten ist, dass sie undercover für die australische Polizei gearbeitet hat. BaileyTennants steht im Verdacht, im größeren Stil Geldwäsche zu betreiben, und Alice Russell sollte die Ermittlungen durch eigene Nachforschungen unterstützen.

Ist es Absicht oder Zufall, dass gerade Alice Russell es nicht geschafft hat, zum Ausgangspunkt zurückzukehren? Und was haben der Serienmörder Martin Kovac, der vor vielen Jahren sein Unwesen in der Gegend trieb und sein Sohn mit dem Ganzen zu tun?

Kurz nach Alice Russells Verschwinden sind Aaron Falk und seine Kollegin Carmen Cooper vor Ort. Sie sollen die Suche begleiten, aber eigentlich verfolgen die beiden ganz andere Ziele.

Cover und Schreibstil:

Das relativ düstere Cover von „Ins Dunkel“ zeigt den australischen Urwald genauso, wie ich es mir dort auch vorstelle. Das Cover ist im Hochglanz-Stil, was das Buch als sehr wertig erscheinen lässt.

Die Autorin Jane Harper hat einen überzeugenden Schreibstil. Zunächst einmal ist mir aufgefallen, dass sie direkt in die Handlung hineinspringt, keine lange Einleitung. Zudem erzählt sie geschickt und unaufgeregt die Handlung in zwei Zeitebenen bzw. mit zwei Handlungssträngen: Der eine Handlungsstrang beschreibt die Ereignisse vor dem Verschwinden von Alice Russell, und der andere Handlungsstrang beschäftigt sich mit den polizeilichen Ermittlungen und der Suche nach der Vermissten.

In beiden Handlungssträngen wird die Spannung durchgehend aufrechterhalten, und bei den meisten Kapiteln gibt es am Ende einen Cliffhanger, aber sehr spannend, intelligent und kein bisschen aufdringlich. Aber auch ohne diese Cliffhanger hätte ich „Ins Dunkel“ kaum aus der Hand legen können.

Was mir ein bisschen gefehlt hat, und was das Buch noch attraktiver gemacht hätte, ist eine Karte von der Region und den Routen der beiden Gruppen. Diese Chance wurde – zumindest in der Taschenbuchausgabe, die ich gelesen habe – versäumt.

Es ist nicht unbedingt notwendig, den Vorgängerband („Hitze“) zu kennen, aber ich habe ihn mir bestellt. Und: Es gibt auch schon den nächsten Band („Zu Staub“). Alle drei Bände sind im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen.

Fazit und Leseempfehlung:

Wer schon einmal an einem Firmen-Incentive teilgenommen hat, weiß, wie schwierig es sein kann, sich mit Kollegen oder Kolleginnen, die man mehr oder weniger nur aus dem beruflichen Kontext kennt, auf einmal gezwungener Maßen auch privat auseinander zu setzen.

Der Titel „Ins Dunkel“ ist hier interessanter Weise durchaus zweideutig zu sehen: der dunkle australische Busch, aber auch das Dunkel in den Ermittlungen und die Verzweiflung der auf sich allein gestellten Protagonistinnen. Beim Lesen fiebert man die ganze Zeit mit, man will einfach nur noch wissen, wie das Ganze ausgeht. Ich persönlich habe beim Lesen schon fast die Urwaldgeräusche gehört, so gefesselt war ich in der Handlung. Das i-Tüpfelchen ist das überraschende Ende, das man vielleicht hätte ahnen können, wenn man nicht zu sehr von der Handlung gefesselt gewesen wäre. Sehr interessant fand ich auch die Interaktion zwischen Aaron Falk und Carmen Cooper. Leider bin ich aber mit beiden Ermittelnden bis jetzt nicht so richtig warm geworden, aber das kann ja noch kommen.

„Ins Dunkel“ ist der erste australische Thriller, den ich gelesen habe, und ich bin super-zufrieden, sodass ich für dieses Buch sehr gerne fünf Sterne vergebe. Ich war schon ziemlich erleichtert, als ich das Buch zu Ende gelesen habe, denn nun komme ich auch wieder zu anderen Dingen bzw. Büchern.

Empfehlen würde ich „Ins Dunkel“ allen Australien-Fans und allen, die Thriller mit viel Spannung und einem kleinen Schuss Abenteuer mögen.

 

„Manche Leute sind zäher, als man denkt.“ (Taschenbuchausgabe, S. 80)

 

Die Dauerleserin

Anmerkungen:

Meine Rezension habe ich im gleichen oder ähnlichen Wortlaut auch bei Thalia und Lovely Books veröffentlicht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Scroll to Top